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11.03.2019 18:02:00

Krank durch Laserdrucker-Emissionen: Gericht definiert hohe Hürden

Hohe Hürde: Nur durch einen arbeitsplatzbezogenen Inhalationstest könne nachgewiesen werden, dass Laserdruckeremissionen Gesundheitsschäden verursachen, entschied jetzt das Hessische Landessozialgericht. (© Fotolia/Gina Sanders)
Das Hessische Landessozialgericht hat jetzt in einem Urteil entschieden, dass Tonerfeinstaub nicht generell krank macht. Vielmehr müsse ein Kausalzusammenhang zwischen Laserdruckeremissionen und gesundheitlichen Beschwerden im Einzelfall nachgewiesen werden. Laut Aussage der Richter sei nach dem aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand nicht davon auszugehen, dass Laserdruckeremissionen generell geeignet seien, beim Menschen Gesundheitsschäden zu verursachen. Im Einzelfall könne jedoch eine Verursachung nachgewiesen werden, allerdings nur durch einen arbeitsplatzbezogenen Inhalationstest. Dies entschied der 9. Senat des Hessischen Landessozialgerichts in einem am 6. März veröffentlichten Urteil (AZ L 9 U 159/1).
Ein jetzt 63-jähriger Mann aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg war knapp vier Jahre als Vervielfältiger in einem Kopierraum tätig. Infolge zunehmender Atemwegsbeschwerden beantragte er die Anerkennung einer Berufskrankheit. Er verwies darauf, täglich Kopier- und Druckaufträge im Umfang von 5.000 bis 10.000 Blatt in einem nur 30 qm großen Raum ausgeführt zu haben. Nach einer Arbeitsplatzanalyse und der Einholung von medizinischen Gutachten lehnte der Träger der gesetzlichen Unfallversicherung die Anerkennung einer Berufskrankheit ab. Der Kausalzusammenhang zwischen der beruflichen Tätigkeit und der Atemwegserkrankung könne nicht belegt werden.
Die Darmstädter Richter holten weitere Sachverständigengutachten ein und gaben schließlich der Unfallversicherung Recht. Bei dem Versicherten, der bereits vor der Tätigkeit im Druckerraum an Heuschnupfen und Asthma bronchiale gelitten habe, lägen zwar eine obstruktive Atemwegserkrankung sowie eine Rhinopathie vor. Auch sei davon auszugehen, dass Tonerstaub allergisierende Stoffe enthalte. Es sei aber nicht nachgewiesen, in welchem Umfang der Versicherte diesen Stoffen ausgesetzt gewesen sei. Dies lasse sich auch nicht mehr ermitteln, da sein ehemaliger Arbeitsplatz mittlerweile umgestaltet worden sei.
Wie die Sachverständigengutachten gezeigt hätten, so die Argumentation der Richter, bedarf es eines arbeitsplatzbezogenen Inhalationstests mit dem Nachweis einer allergischen Reaktion, um einen Kausalzusammenhang zwischen Laserdruckeremissionen und gesundheitlichen Beschwerden herzustellen. Hierzu sei der Versicherte im konkreten Fall jedoch nicht bereit gewesen.
Eine Revision wurde nicht zugelassen.

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