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Mittwoch 27.09.2017 09:39:00

Französische Umweltorganisation verklagt Druckerhersteller wegen Obsoleszenz


Nein zu Druckerpatronen, die vorzeitig ihren Dienst quittieren: Die französische Umweltorganisation Halte à l‘Obsolescence Programmée hat Epson, HP, Canon und Brother wegen Obsoleszenz verklagt. (Fotolia/Colibri)
Den Druckerherstellern Epson, HP, Canon und Brother droht in Frankreich ein Prozess wegen Obsoleszenz. Die französische Umweltorganisation Halte à l‘Obsolescence Programmée (HOP, Stopp der geplanten Obsoleszenz) wirft den vier OEMs vor, die Lebensdauer ihrer Drucker vorsätzlich zu verkürzen und damit gegen geltendes Wettbewerbsrecht zu verstoßen. Erst 2015 hat man dieses in Frankreich reformiert und dabei ein besonderes Augenmerk darauf gelegt, der von Herstellern oft künstlich verkürzten Lebensdauer ihrer Produkte (Obsoleszenz) einen juristischen Riegel vorzuschieben. Damit soll erreicht werden, dass Produkte und Geräte des täglichen Gebrauchs insgesamt langlebiger werden und weniger schnell ersetzt werden müssen, was die Geldbeutel der Verbraucher ebenso wie die natürlichen Ressourcen schonen soll.
Konkret hat HOP kürzlich eine Klage beim zuständigen Gericht in Nanterre (Vorort von Paris) eingereicht, in der man den vier Druckerherstellern vorwirft, gegen das 2015 novellierte Wettbewerbsrecht zu verstoßen. Es ist das erste Verfahren in Frankreich, das sich auf die neue Gesetzgebung bezieht. Darüber hinaus prangert die Umweltorganisation die kontinuierlich gestiegenen Preise der Original-Druckerpatronen in den letzten Jahren an.
Den verantwortlichen Managern Epson, HP, Canon und Brother drohen im Falle einer Verurteilung bis zu zwei Jahre Haft sowie Geldbußen in Höhe von bis zu 300.000 Euro. Zudem könnten die Druckerhersteller, wenn sie den Prozess verlieren, mit bis zu 5 % ihrer durchschnittlichen Umsatzerlöse der letzten drei Jahre zur Kasse gebeten werden.
Besonders im Fokus der Klage steht Epson, weil viele Inkjet-Patronen des japanischen Konzerns nach Auffassung von HOP so gestaltet und programmiert sind, dass sie ihren Dienst quittieren, obwohl sie noch 20 % Tinte enthalten.
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