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25.01.2019 16:21:00

Neue Tests: G&G-Tonerkartusche mit 3 % Deca-BDE gefunden

Die Pinguine auf der G&G-Kartusche sind nicht nur vom Klimawandel sondern auch von einer exorbitant hohen DecaBDE-Belastung (3 %) bedroht…
Allen gegenteiligen Beteuerungen der chinesischen Hardcopy-Hersteller zum Trotz weitet sich der Skandal um asiatische Newbuilt-Kartuschen (NBC), die in hohem Maße mit dem verbotenen Flammschutzmittel Decabromdiphenylether (DecaBDE) belastet sind, weiter aus. So hat ein namhafter europäischer Remanufacturer Anfang Januar eigene Tests beim TÜV Rheinland/LGA in Auftrag gegeben und uns die Ergebnisse jetzt weiter geleitet. Es handelt sich um einen anderen Hersteller als denjenigen, der die ersten Tests im September veranlasst hatte. Getestet wurden jeweils zwei chinesische NBC für den HP Color Laserjet Pro M254 (Original-Kartusche CF 42X) sowie für den Samsung Xpress C430/ C480 (Samsung-Kartusche CLT-K404S). Die Ergebnisse sind einmal mehr äußerst beunruhigend: So wurde in der G&G-Tonerkartusche von Ninestar eine DecaBDE-Konzentration von 30.000 mg/kg (3 Gew. %) gemessen! Die zweite getestete Newbuilt-Kartusche war eine Eigenmarke des Online-Händlers Tonerpartner, die mit 10.000 mg/kg DecaBDE (1 Gew. %) belastet war. Damit führt die G + G-Kartusche das unrühmliche Ranking aller bisher ‚positiv‘ getesteten Kartuschen mit weitem Abstand an.
Bei den Samsung-Kartuschen war die Belastung hingegen gering: Bei der G+G-Newbuilt-Kartusche wurden < 100 mg/kg DecaBDE gemessen, bei der Tonerpartner-Eigenmarke < 200 mg/kg. Die OEM-Referenzkartuschen waren jeweils sauber (< 5 mg/kg).
Damit steigt die Trefferquote auf nunmehr 83 % chinesische Newbuilt-Kartuschen mit einer sehr hohen Konzentration des in Elektrogeräten verbotenen gesundheitsschädlichen Flammschutzmittels (10 von 12 getesteten Kartuschen).
Vor dem Hintergrund dieser harten Fakten wirken die Statements von Static Control & Co. zur angeblichen REACH- und RoHS-Konformität ihrer Kartuschen schon beinahe grotesk: Papier ist bekanntlich geduldig – das gilt offensichtlich in besonderem Maße für Konformitäts- und Freistellungs-Erklärungen aus dem Reich der Mitte. Mag schon sein, dass die großen chinesischen Hardcopy-Hersteller ihre Produktion mittlerweile umgestellt haben und keine neuen mit DecaBDE belasteten Kartuschen mehr produzieren. Es wäre auch wirklich töricht, das nicht zu tun, will man seine Kartuschen weiter nach Europa verkaufen…
Der entscheidende Punkt ist aber ein ganz anderer: Was soll mit den zig- wenn nicht hunderttausenden belasteten China-Kartuschen geschehen, die schon seit vielen Monaten – wenn nicht Jahren – von ahnungslosen europäischen Anwendern genutzt werden? Wer soll dafür aufkommen, diese illegalen Produkte vom Markt zu nehmen und die Verbraucher angemessen zu entschädigen…? Darüber schweigen sich die chinesischen Anbieter in ihren Statements aus…

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