Digital Imaging - Nr. 3 / Mai 2006

The show goes on

Deutscher Imaging-Markt Der Boom im deutschen Imaging-Markt hält weiter an: So stieg der Umsatz für Amateur-Fotoprodukte in 2005 um 6 % auf 6,1 Mrd. Euro (Quelle jeweils GfK). Während der Kameramarkt um 6 % auf ein Volumen von 1,99 Mrd. Euro zulegte, schoss der Absatz digitaler SLR-Kameras förmlich nach oben – um 136 % (!) auf 330.000 Stück. Ein Ende dieses DSLR-Höhenflugs, von dem der Fotofachhandel in besonderem Maße profitiert, ist nicht in Sicht.

Allen Unkenrufen zum Trotz, die nach Jahren kräftigen Wachstums ein Abflachen der Kurve prognostizierten, legte der deutsche Amateurfoto-Markt auch in 2005 wieder deutlich zu: von 5,67 (2004) auf 6,1 Mrd. Euro, entsprechend einem Plus von 6 %. Wohlgemerkt, wir sprechen hier von einem wertmäßigen Zuwachs, und nicht – wie in anderen Märkten, die häufig mit I beginnen und T enden – von einem Mehr an Stückzahlen, das letztendlich wieder vom Preisverfall aufgezehrt wird.

Bild zum Vergrößern anklicken!
Aber auch die globale Betrachtung dürfte der Industrie „schmecken“: So gingen im letzten Jahr weltweit 126 Mio. Kameras über die Ladentheken (bzw. in die Online-Warenkörbe), wobei die Digitalkameras natürlich der stärkste Treiber dieses Wachstums sind. Dass trotz dieser insgesamt positiven Vorzeichen viele Digitalkamera-Hersteller im letzten Jahr merklich „schwächelten“ oder gar ganz aufgaben (Konica Minolta ist der wohl prominenteste „Abgang“ in jüngster Vergangenheit), zeigt, welch harter Verdrängungswettbewerb hinter den Kulissen gerade tobt.
Kommen wir jedoch zurück zu den – aus Fachhandelssicht – besonders erfreulichen Trends. Hier ist insbesondere der Boom bei den digitalen SLR-Kameras hervorzuheben: Diese legten in 2005 gegenüber dem Vorjahr (140.000) um unglaubliche 136 % (!) auf 330.000 Stück zu. Bedenkt man, dass Canon dieses Marktsegment erst vor anderthalb Jahren mit dem Knacken der magischen 1.000-Euro-Marke für seine EOS 300 D aus der Profiecke rausgeholt und damit massenmarkttauglich gemacht hat, dann sieht man die enorme Dynamik. Auch im SLR-Segment haben die Analoggeräte mittlerweile so gut wie ausgedient: Nach Stückzahlen trugen sie in 2005 noch 23 % zum Gesamtkuchen bei, wertemäßig gar nur noch 7 %.

Lukrative Folgegeschäfte vorprogrammiert
Aus dieser Betrachtung wird schnell klar, dass der Fotofachhandel geradezu prädestiniert ist, sich ein großes Stück dieses margenträchtigen DSLR-Kuchens einzuverleiben: Das Preisgefüge ist (noch) okay, die Geräte „schreien“ förmlich nach Beratung, die Zielgruppe ist bereit, richtig Geld in die Hand zu nehmen und – last but definitely not least – DSLR-Kameras bieten vielerlei Anknüpfungspunkte für den Verkauf von lukrativem Zubehör: Ob zusätzliches Objektiv, Blitzgerät, schnell auslesende Flash-Speicherkarte oder schicke Ledertasche – wer 1.000 Euro und mehr für sein DSLR-Traumstück auf den Tresen legt, schreckt auch vor 200 Euro zusätzlich für das passende Equipment drum herum nicht zurück ...

Der Kamera-Gesamtmarkt verbesserte sich im letzten Jahr wertemäßig um 6 % auf ein Volumen von 1,99 Mrd. Euro.
Für den Fotofachhandel bedeutet gerade das Zubehörgeschäft attraktive Zusatzumsätze mit sehr guten Deckungsbeiträgen. Konkret legten etwa Wechselobjektive im zurückliegenden Jahr um 46 % auf 495.000 Stück zu, Blitzgeräte schafften ein vergleichbares Plus von 45 % auf deutschlandweit 1230.000 Stück. Und ein Ende dieses DSLR-Höhenflugs ist vorerst nicht in Sicht – dafür wird alleine schon die Photokina Ende September sorgen. Für die weltweite Imaging-Leitmesse haben sich ja alle (verbliebenen) DSLR-Player bereits in Stellung gebracht, um sich in Köln mit ihren Neuheiten gegenseitig zu übertrumpfen.
Aber auch am anderen Ende der Imaging-Wertschöpfungskette – bei der Bildausgabe – herrscht eitel Sonnenschein: So errechnete die GfK für Fotodrucker in 2005 ein Absatzplus von 23 % auf 425.000 Geräte. Insgesamt gehen die Nürnberger Marktforscher von 5,24 Mrd. Photoprints bundesweit aus. Von diesen entfielen 4,575 Mrd. (87 %) auf die Großlabore, Minilabs und Kioske, die restlichen 675 Mio. Stück (13 %) auf Home Printer.

Auch das margenträchtige Zubehör wie Wechselobjektive, Blitzgeräte oder Flash-Karten gedeiht prächtig im DSLR-Windschatten.

Es braucht kompetente Digitalbild-Komplettdienstleister
Kein Licht ohne Schatten: So sank der Absatz analoger Fotofilme im letzten Jahr abermals kräftig – um 29 % auf noch 90 Mio. Stück. Das Aus für Agfa Photo und Konica Minolta im Fotogeschäft sowie die Probleme von Kodak und Fuji widerspiegeln diesen Strukturwandel schonungslos. Dass auf der anderen Seite der Absatz digitaler Flash-Speicherkarten parallel nach oben schoss – von 9,0 auf 13,5 Mio. Stück (+ 50 %) – ist aus Sicht des Fotofachhandels nur ein schwacher Trost: Schließlich hatte man zu analogen Zeiten über viele Jahre, ja Jahrzehnte, quasi ein „Monopol“ aufs margenträchtige Bildergeschäft. Erst mit dem Markteintritt der preisaggressiven Drogerieketten versiegte diese Quelle nach und nach. Jetzt, im digitalen Zeitalter, werden die Karten fürs Bildergeschäft ganz neu gemischt: Es gibt nicht mehr wie früher einen, sondern fünf Wege von den digitalen Daten zum Bild – das Großlabor, die Minilabs, Bilderkioske, Online-Bilderdienste und den heimischen Inkjet-Drucker.

Bild zum Vergrößern anklicken!
Und nur Fachhändler, die ihren Kunden als breit aufgestellte, kompetente Digitalbild-Dienstleister all diese Ansätze anbieten, werden langfristig vom Digitalboom profitieren und sich eine neue, sprudelnde Quelle auftun. Dabei muss freilich nicht jeder Händler das digitale Rad für sich neu erfinden: Intelligente Zusammenschlüsse und Kooperationen wie z. B. bei der Photo-Connection könnten aus Fachhandelssicht zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor im digitalen Bildergeschäft werden. [ho]

Während das analoge Filmgeschäft immer mehr einbricht, erfreuen sich Speichermedien – allen voran die Flash-Karten – satter Zuwachsraten von bis zu 50 %.


© bit-Verlag 2007



GfK SE
Gesellschaft für Konsumforschung
Nordwestring 101
90319 Nürnberg
Tel.: 0911 395-0   
Fax.: 0911 395-2209

E-Mail: gfk@gfk.com

http: www.gfk.de